Elektroinstallation Kosten Schweiz: Stundensatz, Pauschalpreise & Neubau 2026

Was kostet eine Elektroinstallation wirklich? Wir schlüsseln alle Kostenpunkte auf – vom Einzelauftrag (neue Steckdose) über den Verteilerkasten bis zur vollständigen Neubau-Hausverdrahtung in der Schweiz.

Kurzantwort: Was kostet ein Elektriker in der Schweiz?

Ein Elektriker in der Schweiz berechnet CHF 90–130 pro Stunde. Einzelne Steckdosen kosten pauschal CHF 120–450 je nach Ausführung (Aufputz/Unterputz). Ein Verteilerkasten-Upgrade für ein EFH liegt bei CHF 1'500–3'500. Die komplette Hausverdrahtung im Neubau (150–200 m²) kostet CHF 15'000–35'000 inkl. Material und Arbeit.

Kosten-Überblick: Elektroinstallation in der Schweiz

Stundensatz Elektriker (Fachmann, inkl. Fahrt)

CHF 90–130/Std. Mindesteinsatz: CHF 80–150 pauschal Regionalunterschied: Zürich/Genf ~10–15 % teurer

Steckdose setzen (Pauschal)

Aufputz (Kabelkanal): CHF 120–250 Unterputz (Wandschlitz): CHF 200–450 Nassraum-Steckdose IP44: CHF 250–500

Verteilerkasten-Upgrade EFH

CHF 1'500–3'500 inkl. Einbau Material (Kasten, LS, FI): CHF 600–1'500 Arbeitszeit: 6–16 Stunden

Neubau-Hausverdrahtung EFH (150–200 m²)

CHF 15'000–35'000 gesamt Material ca. 40–50 % des Preises Dauer: 15–30 Arbeitstage (2 Personen)

Detaillierte Kostenaufstellung nach Leistung

Die folgende Tabelle zeigt typische Schweizer Marktpreise für häufige Elektrikerleistungen:

LeistungMaterialArbeitGesamtkosten (Brutto)
Steckdose Aufputz (1-fach)CHF 20–50CHF 80–150CHF 120–250
Steckdose Unterputz (1-fach)CHF 20–50CHF 150–350CHF 200–450
Leuchtstelle ergänzen (inkl. Dose)CHF 20–40CHF 100–200CHF 150–300
Verteilerkasten-Upgrade EFHCHF 600–1'500CHF 800–2'000CHF 1'500–3'500
Neuer Stromkreis (inkl. Kabel, LS)CHF 80–200CHF 250–500CHF 400–800
Anschluss Wärmepumpe / LadestationCHF 150–400CHF 400–800CHF 600–1'200
Neubau EFH 150 m² (komplett)CHF 7'000–15'000CHF 8'000–20'000CHF 15'000–35'000

Hinweis: Preise inkl. 8.1 % MwSt. Verputzen und Malerarbeiten nach Unterputz-Installationen kommen separat hinzu (CHF 50–120/m² Wand).

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Was beeinflusst den Preis am stärksten?

Diese vier Faktoren erklären, warum Offerten stark variieren:

Aufputz vs. Unterputz

Aufputz-Installationen (Kabelkanal) sind 30–50 % günstiger als Unterputz. Der Aufwand für Wandschlitze, Rohreinzug, Verputzen und späteres Streichen entfällt. In Altbauten mit massiven Wänden ist Unterputz oft nur bedingt realisierbar oder unverhältnismässig teuer.

Leitungslänge und Anzahl Stromkreise

Jeder Meter Kabel kostet CHF 5–15 inkl. Verlegung. Bei einem Neubau-EFH kommen 500–1'500 m Kabel zusammen. Mehr Stromkreise (z.B. für Smarthome, Ladestation, Sauna) erhöhen den Materialaufwand im Verteilerkasten und die Planung erheblich.

Markenqualität und Designschalter

Standard-Steckdosen und Schalter (z.B. Legrand Celiane, Jung A500) kosten CHF 10–30 pro Stück. Designserien (Busch-Jaeger FullFlex, Jung LS990, Merten) liegen bei CHF 30–80. Für ein EFH mit 60 Steckdosen und Schaltern summiert sich der Unterschied auf CHF 1'200–3'000.

Smarthome-Vorverkabelung

KNX-Bus-Leitungen, zusätzliche Adern für Smarthome und Cat-6A-Datendosen kosten im Neubau CHF 2'000–6'000 Mehraufwand. Diese Investition ist im Nachhinein kaum wirtschaftlich nachrüstbar – sie sollte im Neubau oder bei Kernsanierungen immer mitgeplant werden.

Wartung und laufende Kosten

Elektrische Installationen sind wartungsarm – die wesentlichen Kosten entstehen bei der gesetzlich vorgeschriebenen Kontrolle:

Die periodische Elektrokontrolle nach NIV Art. 36 muss alle 20 Jahre durchgeführt werden und kostet CHF 300–600 für ein EFH – das sind CHF 15–30 pro Jahr amortisiert. Ohne gültigen Sicherheitsnachweis kann die Liegenschaft nicht verkauft werden.

Periodische Elektrokontrolle (20 Jahre)

CHF 300–600 für ein EFH. Pflicht gemäss NIV Art. 36 alle 20 Jahre (Eigenheim) oder 10 Jahre (Miete). Ein akkreditierter Kontrolleur prüft alle sicherheitsrelevanten Komponenten und stellt den Sicherheitsnachweis (SiNa) aus.

FI-Schutzschalter (Lebensdauer ~20–30 Jahre)

FI-Schalter sollten alle 6 Monate durch manuelles Auslösen (Testtaste) geprüft werden – dauert 30 Sekunden. Defekte FI-Schalter ersetzen: CHF 80–200 inkl. Einbau. Nach 20–30 Jahren empfiehlt sich ein prophylaktischer Austausch beim Verteilerkasten-Upgrade.

Reparaturen nach Beanstandungen

Nach einer Elektrokontrolle mit Mängeln müssen diese durch einen Elektriker behoben werden. Kleinere Mängel (fehlende Blinddeckel, lose Verbindungen): CHF 100–300. Grössere Mängel (fehlende FI, veraltete Schutzleiter): CHF 500–3'000.

Steuerabzug & Förderung

Für Elektroinstallationen gibt es keine direkten kantonalen Subventionen – aber steuerliche Abzüge sind möglich:

Werterhaltende Elektroarbeiten (Reparaturen, Verteilerkasten-Ersatz, Elektrokontrolle) sind in allen Schweizer Kantonen als Liegenschaftsunterhaltskosten steuerlich abzugsfähig. Wertvermehrende Erstinstallationen dagegen nicht.

Steuerlicher Abzug (werterhaltend)

Reparaturen, Verteilerkasten-Erneuerung, Elektrokontrolle und Ersatz veralteter Komponenten gelten als werterhaltend und sind vollständig abzugsfähig. Bewahren Sie alle Rechnungen auf. Bei 30 % Grenzsteuersatz ergibt CHF 2'000 Rechnung eine Steuerersparnis von ca. CHF 600.

Förderung bei Kombination mit PV oder Wärmepumpe

Wenn Sie gleichzeitig eine Photovoltaikanlage oder Wärmepumpe installieren, sind die Elektrikerarbeiten für den Anschluss (Zählerkasten, Sicherungen, Kabel) oft Teil des gesamten Förderprojekts. Kantonale Energiefachstellen prüfen dies auf Anfrage.

Schritt-für-Schritt zur Elektroinstallation

So planen Sie Ihre Elektroarbeiten richtig:

Bestand der bestehenden Anlage aufnehmen

Lassen Sie den Verteilerkasten von einem Elektriker begutachten. Er prüft: FI-Schutzschalter vorhanden? Schutzleiter vollständig? Wie alt sind die Leitungen? Gibt es genug Stromkreise? Diese Vorabklärung kostet CHF 80–150 und ist die Grundlage für eine sinnvolle Offertanfrage.

Alle geplanten Arbeiten auflisten

Erstellen Sie pro Raum eine Liste: Wie viele neue Steckdosen? Welche Geräte (Herd, Trockner, Boiler, Ladestation) brauchen eigene Stromkreise? Möchten Sie Smarthome-Vorverkabelung? Je genauer die Liste, desto besser der Preisvergleich.

Mindestens drei ESTI-akkreditierte Betriebe anfragen

Vergleichen Sie Offerten von drei Betrieben. Achten Sie darauf, dass Materialangaben (Kabeltypen, Markensteckdosen), Arbeitsstunden und Prüfprotokoll im Angebot enthalten sind. Günstige Offerten ohne Prüfprotokoll sind ein Warnsignal.

Koordination mit anderen Gewerken planen

Bei Unterputz-Installationen braucht es danach einen Gipser/Maurer (Schlitze schliessen) und einen Maler. Klären Sie mit dem Elektriker, ob er diese Koordination übernimmt oder ob Sie es selbst organisieren. Eingeplante Pufferzeiten verhindern Baustillstand.

Prüfprotokoll und SiNa einfordern

Nach der Installation muss der Elektriker eine Prüfung nach NIBT Abschnitt 6 durchführen und ein Protokoll ausstellen. Bestehen Sie auf diesem Dokument – es schützt Sie bei späteren Schadens- und Versicherungsfällen und ist Pflicht für die spätere Elektrokontrolle.

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Häufige Fragen

Was ist in einer Elektriker-Offerte normalerweise enthalten?

Eine vollständige Offerte enthält: Materialangaben (Kabeltyp, Fabrikat der Steckdosen/Schalter), Anzahl Arbeitsstunden, Kleinmaterialpauschale (Dosen, Schrauben, Kabelschellen), Fahrtkosten und die Prüfung inkl. Protokoll. Rohrarbeiten (Kernbohrungen, Wandschlitze schliessen) werden manchmal separat ausgewiesen.

Lohnt sich ein Verteilerkasten-Upgrade?

Ja, wenn Ihre Anlage älter als 30 Jahre ist, keine FI-Schutzschalter hat oder Sie neue Geräte (Wärmepumpe, Ladestation, Induktionsherd) anschliessen wollen. Ein Upgrade auf CHF 1'500–3'500 bringt: mehr Sicherheit, genug Absicherungskapazität, Kompatibilität mit Smartmeter und eine bessere Versicherungsposition.

Wie lange dauert eine Elektroinstallation bei einem Neubau?

Bei einem EFH (150–200 m²) brauchen zwei Elektriker im Rohbau 10–20 Arbeitstage für die Grundinstallation (Leitungen, Dosen, Rohre). Der Endausbau (Steckdosen, Schalter einsetzen, Verteilerkasten verdrahten, Leuchtstellen) dauert nochmals 5–10 Tage. Insgesamt rechnen Sie mit 15–30 Manntagen.

Warum unterscheiden sich Elektriker-Offerten so stark?

Grosse Preisunterschiede entstehen durch: unterschiedliche Materialqualität (Marken vs. Eigenmarken), Stundenverrechnungsansatz (CHF 90–130), Fahrtkosten, Gemeinkostenzuschlag und ob das Prüfprotokoll enthalten ist. Vergleichen Sie immer auf Basis derselben Leistungsbeschreibung.

Müssen Elektroarbeiten verrechnet werden oder gibt es Pauschalpreise?

Beides ist möglich. Kleine Standardarbeiten (Steckdose, Leuchtstelle) werden oft pauschal angeboten. Grössere Projekte und Sanierungen werden meist nach Aufwand (Regiebasis) oder als Globalofferte abgerechnet. Bestehen Sie auf einer Globalofferte, wenn das Projekt klar definiert ist – so haben Sie Kostensicherheit.

Über den Experten

HH
HausHeld Expertenteam

Elektroinstallation & Sicherheit

Das HausHeld-Expertenteam verfasst den Wissenshub zusammen mit Experten vom Fach. Alle Angaben werden regelmässig auf Aktualität und Marktkonformität geprüft.

Letzte Aktualisierung: Oktober 2026

Geprüft durch HausHeld Redaktion

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